Schleifen und Ölen von Holzoberflächen

Schleifen und Ölen von Holzoberflächen
Schleifen und Ölen von Holzoberflächen
Esstische aus Massivholz stehen häufig im Mittelpunkt des Geschehens und müssen im Laufe der Zeit so allerhand über sich ergehen lassen. Nicht nur aus diesem Grund ist die Pflege solcher Tische wichtig.

Grundsätzlich sind Esstische aus Massivholz robuste und widerstandsfähige Möbel. Genau diese Eigenschaften sind neben der tollen Optik ein Grund für die große Beliebtheit dieser Tische. Dennoch bedarf es einer gewissen Pflege, damit solche Esstische dauerhaft widerstandsfähig bleiben und auch nach vielen Jahren Beanspruchung nichts von ihrer Faszination und ihrem schönen Äußeren einbüßen.

In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit dem Schleifen und Ölen von Massivholz Esstischen und anderen Holzoberflächen. Wir schauen uns an, warum Esstische regelmäßig geölt werden sollten, wie häufig sie geölt werden sollten, wie man beim Schleifen und Ölen von Esstischen am besten vorgeht und welche Öle dafür gut geeignet sind. Auch auf mögliche Gefahren und dringend notwendige Sicherheitsvorkehrungen beim Ölen gehen wir ein.

Warum sollten Esstische aus Massivholz regelmäßig geölt werden?

Zunächst einmal stellt sich natürlich die Frage, warum Esstische aus Massivholz denn überhaupt regelmäßig geölt werden sollten. Wurden diese Tische nicht bereits vom Hersteller geölt? Ist das nicht ausreichend? Ja und nein.

Holz ist ein reines Naturprodukt und braucht je nach Verwendungsart mal mehr oder mal weniger Pflege. Diese Holzpflege ist zum einen deshalb wichtig, um die natürliche Schönheit des Holzes zu bewahren und sie sogar noch herauszustreichen. Wer einmal den Unterschied zwischen unbehandeltem Holz und behandeltem Holz gesehen hat, der weiß was die richtige Holzpflege bewirken kann.

Ein anderer Grund für diese Holzpflege ist fast noch wichtiger als der erste Aspekt. Denn Holzpflege ist essentiell, um das Holz widerstandsfähig und robust zu machen, damit es den täglichen Anforderungen gewachsen ist. Diese Anforderungen sind natürlich von Möbel zu Möbel unterschiedlich. Ein Nachtschränkchen aus Holz zum Beispiel, braucht ganz sicher nicht so viel Pflege, wie ein Esstisch aus Massivholz. Ein solcher Nachttisch muss unter Umständen überhaupt nicht speziell gepflegt werden, da er doch meist keinerlei Belastungen ausgesetzt ist.

Ganz anders sieht die Belastung bei einem Esstisch aus Massivholz aus. Ein solcher Tisch zählt zu den meist genutzten Möbeln der gesamten Wohnung und muss täglich allerlei Belastungen standhalten. Neben seiner namensgebenden Eigenschaft als Esstisch wird ein solcher Tisch auch oft für allerlei weitere Aktivitäten genutzt.

Auf einem solchen Esstisch werden Tassen, Gläser, Schüsseln und Teller hin und her geschoben, sowie Besteck abgelegt. Auch mit Feuchtigkeit kommt eine solche Tischplatte häufig in Berührung. Nicht nur durch versehentlich verschüttete Getränke wie Kaffee, Tee und weitere Getränke, sondern auch durch Kondenswasser von kalten Getränkeflaschen, feuchtem Besteck und vielen anderen Gegebenheiten. Selbstverständlich muss ein Esstisch zur Reinigung auch regelmäßig feucht abgewischt werden, um Essensreste und andere Verschmutzungen zu beseitigen.

Nicht nur um die Tischplatte gegen das Eindringen von Flüssigkeiten und Feuchtigkeit zu schützen, ist eine Holzpflege mit Öl in regelmäßigen Abständen also dringend angeraten.
Dies kann man jedoch auch mit anderen Mitteln erreichen. Zum Beispiel mit Lack.

Wassertropfen perlt auf geölter Eiche Rustikal ab.
Wassertropfen perlt auf geölter Eiche Rustikal ab.
Wassertropfen perlt auf Buche Natur geölt ab.
Wassertropfen perlt auf Buche Natur geölt ab.

Lackieren oder Ölen?

Die Frage, ob man eine Esstischplatte lieber ölen oder lackieren sollte, wird häufig leidenschaftlich und intensiv diskutiert. Beide Oberflächenbehandlungen haben Fürsprecher und Gegner. Schauen wir uns die Vor- und Nachteile des Lackierens einmal etwas genauer an.

Das Lackieren der Holzoberfläche bewirkt etwas völlig anderes, als das Ölen. Zunächst einmal hat das Lackieren augenscheinlich einige Vorteile. Durch das Auftragen von Lack wird die Oberfläche der Tischplatte vollständig versigelt, und ist damit umfänglich geschützt und leicht abzuwischen. Schmutz oder Flüssigkeiten können nun nicht mehr in das Holz eindringen. Die Poren des Holzes sind verschlossen.

Selbst eine aus Versehen umgestürzte Tasse Kaffee oder Tee kann spielend leicht mit einem feuchten Lappen aufgewischt werden, ohne Spuren auf der Tischplatte zu hinterlassen.
Des Weiteren kann man durch das Lackieren auch Einfluss auf die Farbgebung des Esstisches nehmen, indem man zum Beispiel einen farbigen Lack verwendet. Auch das ist natürlich möglich.

Allerdings sollten die Nachteile des Lackierens nicht verschwiegen werden. Lack, ob matt oder glänzend, verleiht dem Holz meist eine ganz spezielle Optik, die nicht mehr so natürlich wirkt. Dies sollte man bedenken. Durch das Lackieren entfernt man sich ein gutes Stück weit weg vom Holz, da ein direkter haptischer Kontakt aufgrund der schützenden Lackschicht nicht mehr möglich ist.

Außerdem ist Lack ganz besonders anfällig für Kratzer, welche die Oberfläche eines Esstisches aus Massivholz schnell unschön erscheinen lassen können.

Haben sich einmal Kratzer auf der Oberfläche gebildet, können diese nicht so einfach ausgebessert werden, wie das bei geölten Oberflächen der Fall ist. Denn hierbei müsste die gesamte Oberfläche der Tischplatte des Esszimmertisches fachmännisch abgeschliffen und erneut lackiert werden.

Ist man als Besitzer eines solchen Esstisches nicht gerade vom Fach und verfügt darüber hinaus nicht über die benötigten Werkzeuge und Hilfsmittel, müssen solche Reparaturen meist an einen Fachmann übergeben werden.

Letztlich kommt es aber immer auf den individuellen Geschmack an, ob man sich für das Lackieren oder lieber für das Ölen entscheidet. Beides ist selbstverständlich machbar und wird auch in der Praxis umgesetzt.

Welche Vorteile hat das Ölen von Holzoberflächen?

Holz ist ein natürlicher Naturwerkstoff, der am besten zur Geltung kommt, wenn man seine Oberfläche ölt. Holzöl belebt die porige Oberfläche des Holzes und verleiht ihr eine seidig glänzende Oberfläche. Maserungen und feine Strukturen kommen durch das Öl noch besser zur Geltung. Das Holz fängt regelrecht an zu strahlen und wirkt frisch und durchfeuchtet. Nicht nur optisch, sondern insbesondere auch haptisch, wird geöltes Holz viel eher als natürliches Holz wahrgenommen, als lackiertes Holz.

Öl dringt im Gegensatz zu Lack sehr tief in das Holz ein und entwickelt seine imprägnierende Schutzfunktion von innen heraus. Geöltes Massivholz ist somit auch gegen Feuchtigkeit geschützt.

Diese Schutzfunktion ist jedoch nicht dauerhaft, weswegen man geöltes Holz nicht über einen längeren Zeitraum direkter Feuchtigkeit aussetzen sollte. Dies hat man mit einem Esstisch jedoch auch nicht vor. Verschüttete Flüssigkeiten sind für geöltes Holz in der Regel aber überhaupt kein Problem und lassen sich leicht aufwischen. Auch das säubern des geölten Esstisches mit einem feuchten Lappen ist selbstverständlich ohne Einschränkungen möglich.

Im Gegensatz zum Lackieren, werden beim Ölen die Poren des Holzes nicht komplett verschlossen. Somit kann das Holz weiter atmen. Offenporiges Holz hat einen positiven Einfluss auf das Raumklima, da es in gewissem Umfang dazu in der Lage ist, Schadstoffe aus der Luft zu filtern. Auch für den Temperaturausgleich innerhalb des Raumes, kann offenporiges Holz einiges beitragen. Kühlt der Raum plötzlich ab, kann offenporiges Holz noch einen Teil seiner gespeicherten Wärme an den Raum abgeben.

Darüber hinaus sind geölte Tischplatten insgesamt deutlich Widerstandsfähiger, als lackierte Tischplatten. Insbesondere bei einem Esstisch aus Massivholz, der zu den häufig verwendeten und beanspruchten Möbelstücken zählt, ist dieser Punkt wichtig. Mögliche, bereits angesprochene Kratzer in der Tischplatte, können bei geölten Oberflächen leicht selber ausgebessert werden. Aber auch Flecken, Druckstellen und kleine Beschädigungen der Tischplatte können bei geöltem Holz eigenständig entfernt werden.

Insgesamt hat geöltes Massivholz bei Esszimmertischen so einige Vorteile gegenüber lackiertem Massivholz.

Welche Öle sind zum pflegen von Esstischen aus Massivholz am besten geeignet?

Wir wissen nun, warum Esstische aus Massivholz geölt werden sollen, und welche Vorteile das Ölen gegenüber dem Lackieren hat. Öl ist aber nicht gleich Öl. Es gibt beinahe unzählige verschiedene Öle auf dem Markt. Alleine schon die Auswahl an Speiseölen ist so groß, dass man schnell den Überblick verlieren kann.

Holz ist in unbehandeltem Zustand sorptiv, was bedeutet, dass es Flüssigkeiten in sich aufnimmt. Sättigt man Holzfasern mit Flüssigkeiten, dann bekommt man diese Flüssigkeiten nicht mehr aus dem Holz heraus. Das bedeutet also, dass die Behandlung mit für Holz ungeeignetem Öl nicht mehr ohne weiteres rückgängig gemacht werden kann. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, von vorherein auf das richtige Öl zur Behandlung von Holz zu achten.

Deshalb stellt sich nun natürlich die Fragen, welche Öle zur Behandlung von Massivholz denn am besten geeignet sind. Dieser Frage wollen wir im Folgenden nachgehen.

Kann man auch Speiseöle zum Ölen von Holz verwenden?

Die Frage, ob man auch Speiseöle zum Ölen von Holz verwenden kann, liest man immer wieder aufs Neue. Und selbstverständlich ist diese Frage absolut berechtigt, da viele Menschen ihre Möbel so natürlich wie möglich behandeln möchten und vor Lösungsmitteln, welche häufig in Holzölen aus dem Baumarkt vorhanden sind, zurückschrecken.

Immerhin geht es hier um Esstische aus Massivholz, welche in der Regel in der Wohnung stehen und zudem eine relativ große Fläche aufweisen. Niemand möchte, dass es bei diesen Tischen zu ungesunden Ausdunstungen kommt. Deshalb kommen Speiseöle zur Behandlung von Holz natürlich schnell in den Sinn.

Schauen wir uns einmal einige Speiseöle an.

Olivenöl

Olivenöl ist ein reines Naturprodukt und setzt sich größtenteils aus einfach ungesättigten Fettsäuren zusammen. Allerdings ist Olivenöl ein so genanntes nicht trocknendes Öl. Diese Eigenschaft macht Olivenöl zur Holzbehandlung ungeeignet. Olivenöl würde das Holz zwar schön durchfeuchten und auch ein Stück weit wasserabweisend machen, aber es würde leider nicht trocknen, bzw. aushärten.

Deshalb würde Olivenöl einen fettigen und klebrigen Film auf dem Holz hinterlassen, der Staub und Schmutz wie ein Magnet anziehen würde. Weiterhin kann Olivenöl im Laufe der Zeit ranzig werden und unangenehm riechen. Einen ranzig riechenden Esstisch möchte man aber in aller Regel vermeiden.

Rapsöl

Auch Rapsöl ist ein nicht trocknendes Öl und verfügt über ähnliche Eigenschaften wie Olivenöl. Deshalb ist auch Rapsöl für die Behandlung von Holzoberflächen ungeeignet.

Sonnenblumenöl

Sonnenblumenöl ist ein schwach trocknendes, bzw. halb trocknendes Öl und deshalb in Hinsicht auf das Austrocknen ein wenig besser geeignet als Olivenöl und Rapsöl. Allerdings dauert auch mit Sonnenblumenöl der Trockenvorgang deutlich zu lange. Weiterhin wird auch Sonnenblumenöl mit der Zeit ranzig, was zu unangenehmen Gerüchen führen könnte. Ergo ist auch Sonnenblumenöl zur Behandlung von Holz nicht geeignet.

Leinöl

Leinöl ist ein Pflanzenöl, das aus Leinsamen gewonnen wird. Leinöl weist einen hohen Gehalt an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren auf. Diese Eigenschaft macht Leinöl zu einem trocknenden bzw. aushärtenden Öl und somit zu einem geeigneten Kandidaten für die Behandlung von Holz. Wegen dieser guten Eigenschaften ist Leinöl auch häufig als Grundlage spezieller Holzöle anzutreffen.

Was bedeutet das nun für unsere Eingangsfrage? Kann man herkömmliches Leinöl als Speiseöl also bedenkenlos zur Behandlung von Holz verwenden? Die Antwort lautet: ja und nein.

Nicht trocknende, halb trocknende und trocknende Öle

Nun haben wir 4 verschiedene Speiseöle und deren unterschiedliche Eigenschaften kennen gelernt. Dabei haben wir gesehen, dass es bei der Beurteilung der Öle für ihre Eignung als Holzschutzmittel darauf ankommt, ob es sich dabei um nicht trocknende, halb trocknende oder trocknende Öle handelt.

Ob ein Öl zu den trocknenden, halb trocknenden oder nicht trocknenden Ölen gehört, bestimmt deren Anteil an ungesättigten Fettsäuren. Wenn ein Öl einen Anteil von über 50 % ungesättigter Fettsäuren enthält, wie zum Beispiel das Leinöl, dann zählt es zu den trocknenden Ölen. Enthält ein Öl nur in etwas einen Anteil von 20 –50 % ungesättigter Fettsäuren, dann kann man es zu den halb trocknenden Ölen zählen. Öle, die weniger als 20 % ungesättigte Fettsäuren enthalten, trocknen nicht und zählen daher zu den nicht trocknenden Ölen.

Einige Beispiele für diese Arten von Ölen findet man in folgender Auflistung:

Nicht trocknende Öle

  • Mandelöl
  • Erdnussöl
  • Haselnussöl
  • Mandelöl
  • Rapsöl

Halb trocknende Öle

  • Sonnenblumenöl
  • Distelöl
  • Sojaöl
  • Walnußkernöl
  • Sesamöl
  • Weizenkeimöl
  • Schwarzkümmelöl
  • Reiskeimöl
  • Traubenkernöl

Trocknende Öle

  • Leinöl
  • Tungöl
  • Walnussöl
  • Wildrosenöl
  • Granatapfelsamenöl

Für die Behandlung von Holz sind also nur Öle interessant, welche einen höheren Anteil als 50 % ungesättigter Fettsäuren enthalten und zu den trocknenden Ölen zählen. Denn man möchte ja, dass das Öl auf dem Holz trocknet, bzw. aushärtet.

Allerdings trocknen auch solche trocknenden Öle nur relativ langsam auf der Holzoberfläche.

Rohes Leinöl zum Beispiel braucht trotz seiner Eigenschaft als trocknendes Öl, immer noch mindestens eine Woche zum trocknen. Möchte man damit insgesamt 3 Behandlungen hintereinander ausführen, so müsste man also mindestens 3 Wochen Zeit zum trocknen einrechnen. Das kann in der heutigen Zeit, in der alles immer recht schnell gehen muss, immer noch zu langsam sein.

Deshalb sind Hersteller von Holzölen dazu übergegangen, in ihre Holzöle so genannte Sikkative beizugeben. Sikkative sind spezielle Trockenstoffe, die den Vorgang des Trocknens, bzw. des Aushärtend der Öle beschleunigen.

Leinölfirnis mit Sikkativen

Bekannt ist hierbei zum Beispiel Leinölfirnis, das man in jedem Baumarkt kaufen kann. Leinölfirnis besteht im Wesentlichen aus gekochtem Leinöl, also einem trocknendem Öl. Zur schnelleren Trocknung, bzw. Aushärtung dieses Öls auf der Holzoberfläche, werden dem Leinöl aber zusätzlich Sikkative beigemengt, die das Aushärten beschleunigen. Mit diesen beigemengten Sikkativen trocknet Leinölfirnis bei Zimmertemperatur ungefähr innerhalb von 8 Stunden.

Tungöl zur Behandlung von Holzoberflächen

Ein weiteres, sehr interessantes Öl zur Behandlung von Holzoberflächen ist das Tungöl. Tungöl ist ein Pflanzenöl, das in China aus dem Tungölbaum gewonnen wird. Der Tungölbaum heißt auch Holzölbaum, weshalb das Tungöl auch chinesisches Holzöl genannt wird. Wie der Name bereits verrät, wird Tungöl seit jeher als wasserabweisendes Holzöl verwendet, das sehr tief ins Holz eindringt.

Tungöl besteht zu etwa 80 % aus einer einzigen, dreifach ungesättigten Fettsäure. Diese Zusammensetzung macht das Tungöl zu einem trocknenden Öl.

Tungöl trocknet schneller als Leinöl und bildet eine harzartige, harte und matte Oberfläche. Wegen dieser sehr positiven Eigenschaften wird Tungöl auch gerne in gewissem Maße dem bereits beschriebenen Leinölfirnes zugesetzt, wodurch die Trocknung noch einmal beschleunigt wird.

Tungöl ist zwar auch ein natürliches Pflanzenöl, jedoch kein Speiseöl. Tungöl enthält giftige Inhaltsstoffe, weshalb dieses Öl nicht zur Ernährung geeignet ist. Schaut man sich spezielle Holzöle im Baumarkt an, dann findet man in deren Zusammensetzung auch häufig Tungöl.

Allerdings hat pures Tungöl einen unangenehmen Geruch nach Schweinefett, weshalb dieses Öl meist nicht pur, sondern viel eher als Zusatz für Holzöle dient.

Spezielle Holzöle aus dem Baumarkt

Die meisten speziellen Holzöle basieren auf dem bereits besprochenen Leinöl und/oder dem Tungöl. Zur schnelleren Trocknung werden diesen Ölen Trockenstoffe (Sikkative) zugefügt. Eine weitere Zutat sind häufig Lösungsmittel (auch als Lösemittel bezeichnet). Solche Lösungsmittel sollen dafür sorgen, dass die Öle schneller und tiefer in das Holz eindringen können.

Holzöle mit Lösungsmitteln erleichtern aber auch die Arbeit, da sie die Öle dünn-flüssiger und somit leichter zu verarbeiten machen.

Selbstverständlich gibt es aber auch spezielle Öle zur Pflege von Massivholz, die auf Lösungsmittel verzichten. Die Hersteller wissen, dass es viele Menschen gibt, die Wert auf Natürlichkeit legen. Solche Öle bezeichnen sich selber dann auch gerne als Naturöl.

Spezielle Holzöle sind in der Regel auch meist härter als zum Beispiel Leinölfirnes. Dies ist natürlich insbesondere bei stark beanspruchten Esstischen ein nicht ganz unwichtiger Punkt. Hersteller, die ihre Öle durch die Zusammensetzung daraufhin optimiert haben, möglichst fest und hart zu werden, nennen ihre Öle deshalb auch Hartöl.

Öle mit Weißpigmenten

Die meisten Holzöle sind von der Farbe her leicht gelblich, weshalb dieser Farbton auch in geringem Maße mit in die Farbgebung des Holzes einfließen kann. Möchte man diesbezüglich mal etwas anderes ausprobieren, kann man auch auf Öle zurückgreifen, die Weißpigmente enthalten.

Ölt man den Esstisch mit einem solchen Öl, dann wird das Holz etwas aufgehellt und bekommt einen transparenten weißen Schleier. Auf dem folgenden Bild sieht man eine Holzprobe aus Eschenholz, die mit einem Holzöl geölt wurde, welches weiße Farbpigmenten enthält.

Massivholz Esche weiß geölt
Massivholz Esche weiß geölt

Welches Öl darf es denn nun sein?

Nun haben wir so einiges über die unterschiedlichen Öle zur Behandlung von Holzoberflächen erfahren. Mit diesem Wissen ausgestattet, muss nun jeder Anwender selber entscheiden, welches Öl oder Holzöl für ihn persönlich am besten passt.

Hat man viel Zeit um auf den Trockenvorgang zu warten? Möchte man es möglichst naturbelassen und ohne Lösungsmittel? Legt man Wert auf schnelle Verarbeitung? Soll die Oberfläche möglichst hart und stark beanspruchbar sein? Soll beim Ölen eine weißliche Farbgebung an das Holz abgegeben werden? Für alle diese und viele weitere Fälle gibt es jeweils spezielle Öle. Entscheiden Sie selber.

Wie ölt man einen Esstisch aus Massivholz?

Nachdem man sich für ein Öl zum Ölen von Holzoberflächen entschieden hat, kann es auch schon losgehen. Nun soll die Tischplatte des Massivholz Esstisches geölt werden. Hierzu braucht man neben dem eigentlichen Öl einige Hilfsmittel und Materialien, um komfortables Arbeiten zu gewährleisten. Folgende Materialien haben sich dafür bewährt.

Benötigte Materialien

  • Handschuhe
  • Schleifpapier (Schleifmittel)
  • Schleifklotz
  • Staubschutzmaske (eventuell)
  • Holzöl
  • Pinsel
  • Tücher

Handschuhe

Damit die Hände nicht mit Lösungsmitteln oder Trockenstoffen, welche in Holzölen enthalten sein können, in Berührung kommen, sollten zum Arbeiten Handschuhe getragen werden. Latexhandschuhe eignen sich hierbei nicht zum Ölen, da diese sich beim Kontakt mit dem Öl auflösen könnten.

Aus diesem Grund sollte man sich zum Beispiel für Nitril-Handschuhe entscheiden. Nitrilhandschuhe* sind gegen viele Chemikalien beständig und weisen insbesondere gegen Öle einen besonderen Schutz auf. Nitril-Handschuhe sind günstig als Einmalhandschuhe im Handel erhältlich.

Schleifpapier (Schleifmittel)

Es ist wichtig, dass zum Abschleifen der Tischplatte das richtige Schleifpapier* ausgewählt wird. Deshalb können an dieser Stelle einige Informationen über Schleifpapier nützlich sein, denn nicht jeder ist bereits ein Profi in Sachen Holzarbeiten.

Auf der Rückseite des Schleifpapiers findet man in der Regel eine Nummer, welche die Körnung des Schleifpapiers angibt. Je größer diese Zahl, desto feiner ist die Körnung. Oder anders ausgedrückt: Je kleiner die Zahl, desto größer sind die Schleifkörner und desto gröber ist das Schleifpapier. An dieser Nummer kann man also ablesen, wie viel Holz beim Arbeiten mit dem jeweiligen Schleifpapier abgetragen wird.

Unterscheiden kann man grob in 4 verschiedenen Körnungsgruppen:

Körnungsgruppe Korngrößenbezeichnung
Grob 12, 16, 20, 24, 30, 36, 40, 50, 60, 80
Mittel 100, 120, 150, 180, 220, 240, 280
Fein 320, 360, 400, 500, 600
Superfein 800, 1000, 1200, 1500, 2000, 2500

Neben der Körnung wird Schleifpapier weiterhin noch in Härtegrad-Kennzeichnungen unterschieden. Dieser Härtegrad gibt jedoch nicht den Härtegrad der einzelnen Schleifkörner an, wie man leicht vermuten könnte. Diese Schleifkörner sind selbstverständlich immer von extremer Härte, sonst wäre kein Schleifvorgang gegenüber Holz möglich. Vielmehr wird mit diesem Härtegrad der Widerstand des Schleifkorns gegen ein Ausbrechen aus der Bindung angegeben. Folgende Härtegrad-Kennzeichnungen sind gängig:

Härtegrad Eigenschaft
A B C D äußerst weich
E F G sehr weich
H I J K weich
L M N O mittel
P Q R S hart
T U V W sehr hart
X Y Z äußerst hart

Achten Sie beim Kauf von Schleifpapier darauf, dass sich vor der Körnungsnummer der Buchstabe „P“ befindet. Mit diesem Buchstaben hat es folgende Bewandtnis: Auf der Oberseite von Schleifpapier befinden sich die eigentlichen kleinen Schleifkörner, welche je nach Qualität aus unterschiedlichen Materialien (zum Beispiel Aluminiumoxid, Siliciumcarbid und weitere) bestehen können.

Diese Schleifkörner sollten in der Regel alle ungefähr die gleiche Größe haben, um beim Schleifen ein gleichmäßiges Ergebnis erzielen zu können. Damit sich diese Schleifkörner in ihrer Größe nicht zu sehr voneinander unterscheiden, hat der Verband europäischer Schleifmittelhersteller (FEPA) eine mittlere Korngröße für jede Korngrößenbezeichnung festgelegt. Nur Schleifpapier, bzw. Schleifmittel, die sich an diesen Standard halten, dürfen den bereits angesprochenen Buchstaben „P“ vor der Körnungsnummer führen.

Schleifklotz

Schleift man die Holzoberfläche von Hand ab, so sollte man für das Schleifpapier einen Schleifklotz* verwenden. Das kann ein einfacher Korkschleifklotz sein, oder ein Schleifklotz aus Kunststoff.

Bei einfachen Korkschleifklötzen legt man das Schleifpapier um den Schleifklotz herum und fixiert es an den beiden Seiten mit den Fingern. Es gibt jedoch auch Schleifklötze mit einfachen Befestigungssystemen, wie zum Beispiel Klettverschlüsse oder Klemmvorrichtungen.

Staubschutzmaske

Je nachdem wie umfangreich die Arbeiten ausfallen, sollte auch eine Staubschutzmaske* getragen werden, damit die feinen Holzspäne, die beim Schleifen entstehen, nicht eingeatmet werden.

Holzöl

Über das Holzöl haben wir bereits ausführlich gesprochen. Einige beliebte Holzöle zum Ölen von Holzoberflächen finden Sie in folgender Auflistung:

Pinsel und Schwämme

Das Öl kann auf unterschiedliche Art und Weise auf das Holz aufgetragen werden. Oft wird der Auftrag mit einem Pinsel empfohlen. Aber auch Schwämme oder Tücher können dazu verwendet werden.

Tücher

Zum Abtragen des überschüssigen Öls werden fusselfreie Tücher verwendet, jedoch keine Tücher aus Mikrofasern. Weiche Baumwolltücher sind hierzu gut geeignet. Manchmal wird auch empfohlen, einfache Küchentücher (Küchenrolle) für diesen Vorgang zu verwenden.

Abschleifen der Holzoberfläche

Nun kommen wir zum Abschleifen der Holzoberfläche. Das Schleifen ist als Grundlage des späteren Ölens ein sehr wichtiger Arbeitsgang, dem man seine volle Aufmerksamkeit schenken sollte. Denn hier entscheidet sich, wie die Oberfläche des Esstisches später aussehen wird.

Grundsätzlich arbeitet man sich beim Abschleifen der Holzoberfläche von einer groben Körnung des Schleifpapiers zu einer feinen bis sehr feinen Körnung vor. Das macht man deshalb, da man mit der feineren Körnung jeweils die Spuren (Rillen, Kratzer, usw.) der gröberen Körnung entfernt. So wird die Holzoberfläche mit jedem Schleifvorgang immer glatter und schöner.

Mit welcher Körnung man den Schleifvorgang beginnt, hängt ganz vom Zustand der Tischplatte, bzw. der Holzoberfläche und der Härte des Holzes ab. Tischplatten von Esstischen sind in der Regel natürlich bereits vorgeschliffen, weshalb man in diesen Fällen nicht mit der gröbsten Körnung beginnt.

Sind bereits tiefe Kratzer oder Dellen in der Holzoberfläche zu sehen? Sollen tief sitzende Flecken entfernt werden, oder möchte man die Tischplatte nur kurz etwas auffrischen? All diese Voraussetzungen sollten bei der Auswahl der Körnung des Schleifpapiers berücksichtigt werden.

Je nach Zustand der Oberfläche könnte man also mit Korn 120 oder Korn 180 beginnen zu schleifen, um sich dann weiter nach oben zu arbeiten. Der letzte Schleifgang wird häufig mit Korn 240 ausgeführt, kann aber in besonderen Fällen und sehr feinen Oberflächen auch mal mit dem sehr feinen Korn 320 stattfinden. Hier muss man einfach ein wenig experimentieren, bis man das erwünschte Ergebnis erreicht.

Um die richtige Körnung zu finden kann man auch zum Beispiel an einer unauffälligen Stelle eine kleine Probeschleifung vornehmen und anschließend das Ergebnis begutachten.

Nach jedem Schleifgang sollte die Oberfläche gründlich entstaubt werden. Dies geht am besten mit dem Bürstenaufsatz eines Staubsaugers und einem feinen Lappen. Auch vor dem eigentlichen Ölen muss die Oberfläche selbstverständlich entstaubt werden, und zwar ganz besonders gründlich.

Exzenterschleifer

Wer nicht per Hand schleifen möchte und Wert auf höchstmögliche Qualität legt, kann die Schleifarbeiten mit einem Exzenterschleifer durchführen. Dabei gelingt ein gleichmäßiger Flächenschliff am einfachsten mit einem so genannten Kreuzgang. Beim Kreuzgang schleift man mit dem Exzenterschleifer erst quer und dann längs über die Holzoberfläche.

Wichtig beim Umgang mit dem Exzenterschleifer ist, dass man das Gerät gleichmäßig über die Holzoberfläche gleiten lässt und weder zu viel Druck ausübt, noch an einer Stelle stehen bleibt. Denn sonst würden unschöne Dellen im Holz entstehen. Das möchten wir natürlich nicht.

Im Gegensatz zum Schwingschleifer führt der Exzenterschleifer in der Regel eine Dreh- und eine Schwingbewegungen aus. Das hat für gewisse Arbeiten Vorteile. Exzenterschleifer können oft auch für Polierarbeiten oder zum Finish von Oberflächen eingesetzt werden.

Einige empfehlenswerte Exzenterschleifer finden Sie in folgender Übersicht:

Schwingschleifer

Auch ein Schwingschleifer kann uns gute Dienste beim Abschleifen leisten. Ein klassischer Schwingschleifer, der auch Rutscher oder Sander genannt wird, verfügt über eine rechteckige Schwungplatte, welche exzentrisch gelagert ist. Im Betrieb wird diese Schwungplatte in kreisförmige Bewegungen versetzt. Das benötigte Schleifpapier wird auf der Schwungplatte per Klemme, Spannhebel oder Klettverschluss befestigt.

Schwingschleifer sind oft mit einer Staubabsaugung ausgestattet, um den bei Schleifarbeiten anfallenden Schleifstaub einzufangen. Es gibt auch Schwingschleifer mit einem Staubabsaugadapter, an den zur Staubabsaugung ein Staubsauger angeschlossen werden kann.

Im Gegensatz zu der runden, rotierenden Schleifscheibe eines Exzenterschleifern, haben Schwingschleifer den Vorteil, dass durch ihre rechteckige Schleifplatte auch in Ecken und an Kanten geschliffen werden kann.

Einige empfehlenswerte Schwingschleifer finden Sie in folgender Übersicht:

Bandschleifer

Auch mit einem Bandschleifer können Holzoberflächen abgeschliffen werden. In einem Bandschleifer bewegt sich ein endloses Schleifband, das um Antriebsrolle und Umlenkrolle geführt wird. Solche Bandschleifer kommen hauptsächlich dann zum Einsatz, wenn es um das Beschleifen großer Flächen geht.

Bandschleifer sind sehr effektiv und führen beim Abschleifen von Holz zu einem hohen Materialabtrag. Allerdings führt das Abschleifen mit einem Bandschleifer in der Regel zu einem recht groben Schliff, weshalb diese Schleifgeräte eher für gröbere Arbeiten verwendet werden. Dadurch eignen sich Bandschleifer ideal für grobe Vorarbeiten oder auch zum Abtrag von Farben oder anderen Materialien.

Pflegesets mit Schleifpads

Es gibt sogar Händler, die ein komplettes Holzöl-Pflegeset im Angebot haben. In einem solchen Pflegeset sind dann bereits Schleifpads zum anschleifen der Esstisch-Oberfläche enthalten, sowie Pflegetücher und das eigentliche Holzöl. Diese Pflegesets sind dann meist sehr einfach in der Anwendung und beinhalten Pflegeöle, die sehr schnell einziehen und trocknen.

Sind keine tiefen Kratzer, Beschädigungen der Oberfläche oder tief sitzende Flecken auf der Tischplatte vorhanden, dann kann man mit einem solchen Pflegeset die Tischplatte in relativ kurzer Zeit wieder auf Vordermann bringen und auffrischen.

Das Ölen der Holzoberfläche

Nach dem Abschliff kann das eigentliche Ölen der Holzoberfläche beginnen. Hierbei gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen, die sich auch an Beschaffenheit des Holzes und dem verwendeten Öl orientieren können.

Ölen in einem Durchgang

Entscheidet man sich dafür, das Ölen der Holzoberfläche des Esstisches in einem Durchgang auszuführen, geht man wie folgt vor:
Für den ersten Öl-Auftrag kann man das Öl satt und gleichmäßig mit einem Pinsel oder Schwamm auf die Holzoberfläche auftragen. Hierbei sollte die komplette Oberfläche mit dem Öl benetzt sein. Sparen muss man nicht, aber auch nichts unnötig verschwenden. Je nach Holz und Oberfläche wird man nun sehen, dass ein großer Teil des Öls schnell vom Holz aufgenommen wird und die ersten Stellen schon wieder zu trocknen beginnen.

Ist der größte Teil des Öls bereits vom Holz aufgenommen worden, kann auch direkt die nächste Ölung erfolgen. Auch bei diesem zweiten Durchgang kann das Öl wieder satt aufgetragen werden. Nun wird man sehen, dass es ein wenig länger dauert, bis das Öl vom Holz aufgenommen wird. Für eine optimale Sättigung des Holzes nimmt man nun einen weiteren Durchgang vor.

Nach diesem dritten und letzten Durchgang wird man vermutlich feststellen, dass sich nun überschüssiges Öl auf der Holzoberfläche befindet, welches nicht mehr vom Holz aufgenommen werden kann. Dieses überschüssige Öl muss nun vollständig von der Oberfläche entfernt werden. Hierzu nimmt man entweder ein fusselfreies Tuch oder einige Stücke Küchenrolle. Danach sollte man der Tischplatte genügend Zeit zum Trocknen geben. Das dauert je nach verwendetem Öl unterschiedlich lang. In der Regel finden Sie auf den Gebinden der Hersteller Hinweise zur Trockenzeit. 24 Stunden sollte man in den meisten Fällen jedoch einkalkulieren.

Ölen in mehreren Durchgängen

Manche Experten raten dazu, in mehreren Durchgängen zu ölen und zwischen jedem Durchgang die Oberfläche zu schleifen. Ob man in mehreren Durchgängen ölen möchte, kann man natürlich auch erst einmal vom Ergebnis des ersten Durchgangs abhängig machen.

Nehmen wir den oben beschrieben ersten Durchgang als Grundlage, dann haben wir nach einem Tag Trockenzeit das Ergebnis vor Augen. Entscheidet man sich nun für einen weiteren Durchgang, was bei beanspruchten Tischplatten durchaus angebracht ist, muss zunächst wieder geschliffen werden. Diesmal sollte jedoch nur ein sehr feines Schleifpapier genutzt werden um die Oberfläche erneut etwas zu glätten.

Danach folgt wieder die bereits erwähnte gründliche Entstaubung. Nun beginnt der nächste Öl-Auftrag. Da das Holz bereits Öl aufgenommen hat, wird bei diesem zweiten Durchgang nicht mehr so viel Öl aufgesogen, wie beim ersten Mal. Dennoch sollte auch bei diesem zweiten Durchgang gleichmäßig die komplette Oberfläche mit Öl bedeckt werden.

Nach einer kurzen Wartezeit entfernt man nun wie beim ersten Durchgang auch wieder das überstehende Öl, welches nicht mehr vom Holz aufgenommen wird. Nun muss das Öl wieder über Nacht trocknen.

Nach der notwendigen Trockenzeit begutachtet man zunächst das Ergebnis. Man kann sich nun für einen weiteren Durchgang entscheiden, wenn man das möchte. Dazu wiederholt man einfach die bereits beschriebenen Arbeitsschritte. Selbst 4 Durchgänge sind möglich und nicht übertrieben.

Ob man sich für einen oder für mehrere Durchgänge entscheidet: Das Ölen sollte stets in offenen Räumen mit viel frischer Luft stattfinden. Zum einen trocknet so das Öl schneller und zum anderen vermeidet man somit eine massive Geruchsbelästigung während der Arbeiten.

Gefahren beim Ölen von Holz

Folgende Warnung sollte bitte sehr ernst genommen werden, denn immer wieder kommt es in Schreinereien oder Malerwerkstätten zu Bränden, weil mit in Leinöl getränkten Lappen, Schwämmen oder Pinseln unsachgemäß umgegangen wurde.

Was kann passieren?

Unachtsam zusammengeknüllte oder in den Müll geworfene Lappen, welche mit Öl getränkt sind, können sich selbst entzünden und in der Folge massive Brände auslösen.

Wie kann das passieren?

Diese Selbstentzündung von mit Öl getränkten Lappen funktioniert so, dass das Öl mit dem Sauerstoff aus der Luft reagiert und bei dieser Reaktion Wärme freigesetzt wird. Geschieht diese Freisetzung von Wärme nun in einem zusammengeknüllten Lappen auf engem Raum, kann die entstehende Wärme nicht ausreichend entweichen. Die Wärme steigert sich dann immer weiter, bis im schlimmsten Fall der Fälle eine Selbstentzündung stattfindet und der Lappen zu brennen beginnt. Welche verheerenden Konsequenzen ein solcher Brand in einer Wohnung, Schreinerei, Werkstatt oder an anderen Orten haben kann, bedarf wohl keiner Erklärung.

Wird eine Mischung aus Leinöl und Terpentinöl (manchmal auch einfach als Holzöl bezeichnet)verwendet, dann ist die Gefahr der Selbstentzündung sogar ganz besonders hoch, da Terpentinöl einen Flammpunkt von unter 50 Grad Celsius besitzt.

Für eine solche Selbstentzündung bedarf es noch nicht mal besonders hoher Außentemperaturen. Leinöl kann sich bereits bei Zimmertemperatur selbst entzünden. Bei solchen Arbeiten gilt es also, allerhöchste Vorsicht walten zu lassen.

Vorsichtsmaßnahmen

Wenn man weiß, wie diese Selbstentzündung funktioniert, kann man geeignete Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um dies zu verhindern. In Öl getränkte Lappen und Schwämme sollten niemals zusammengeknüllt und in den Müll geworfen werden.

Es existieren verschiedene Tipps zum Umgang mit solchen Lappen. Manche Experten raten, in Öl getränkte Lappen zunächst unter Wasser auszuwaschen, um sie dann im Freien ausgebreitet (auf keinen Fall zusammengeknüllt) trocknen zu lassen. Im Freien sollten diese Lappen aber auch so platziert werden, dass sie selbst im Fall einer Selbstentzündung keinen Schaden anrichten können.

Andere Stimmen raten vorsichtshalber zu einer kontrollierten Verbrennung solcher Lappen, damit sie auf keinen Fall irgendwelchen Schaden anrichten können. Eine solche kontrollierte Verbrennung muss natürlich unbedingt so stattfinden, dass jegliche Unfälle ausgeschlossen werden können, und gehört ausschließlich in erfahrene Hände.

Wieder andere Stimmen raten, solche Lappen entweder in Wasser, oder luftdicht abgeriegelt in speziellen Behältern aufzubewahren.

Noch einmal sei an dieser Stelle abschließen darauf hingewiesen, dass geeignete Vorsichtsmaßnahmen unbedingt einzuhalten sind. Dieses Problem darf keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden.

Wie häufig sollte ein Esstisch geölt werden?

Die Frage, wie häufig ein Esstisch geölt werden sollte, kann nicht pauschal beantwortet werden und hängt von einigen Faktoren ab. So spielt zum Beispiel die tägliche Belastung des Tisches eine Rolle, genauso wie Holzart und persönliche Präferenzen. Allgemein liest man jedoch häufig Empfehlungen, die besagen, dass ein solcher Esstisch ungefähr 2 – 3 Mal im Jahr geölt werden sollte.

Manche Besitzer von Massivholz Esstischen pflegen ihre Tische auch nur einmal im Jahr oder noch seltener nur bei Bedarf, auch das ist natürlich möglich. Wird der Esstisch täglich mehrfach benutz und auch regelmäßig feucht abgewischt, dann sollte jedoch schon ein gewisser Pflegerhythmus eingehalten werden.

Dass dies allerdings nicht immer sein muss, sieht man an folgendem Beispiel. Wir besitzen einen sehr robusten Massivholz Esstisch aus alten Bootsplanken. Dieser Tisch hat eine etwas unebene Tischplatte und ist von der Struktur her eher unruhig, so wie dies oft bei Tischplatten aus Bootsplanken oder recyceltem Holz der Fall ist.

An diesem Esstisch wird nicht nur gegessen, sondern manchmal auch gearbeitet. Auf der einen Seite der Tischplatte befindet sich meist allerlei Krimskrams, wie ein Notebook, eine Festplatte, kleine Lautsprecher, Drucker, Kabel, einige Unterlagen und noch vieles mehr. Wie das eben so ist, wenn man an einem solchen Tisch arbeitet. Die andere Seite dieses Esstisches ragt in die offene Wohnküche hinein und wird meist zum Essen genutzt. Was sich in der Beschreibung nun etwas ungemütlich anhört, ist in der Praxis jedoch absolut alltagstauglich.

Obwohl wir diesen Tisch bereits seit über 4 Jahre täglich in Verwendung haben, wurde er bisher erst zweimal ausgiebig nachgeölt, im Schnitt also alle 2 Jahre. Natürlich weist die Tischplatte einige Flecken und Macken auf, aber durch die sehr robuste Holzoberfläche dieses Esstisches aus alten Bootsplanken, passen diese Macken zur allgemeinen Optik. Auch das ist also möglich, gilt aufgrund der Herkunft und Beschaffenheit dieses Tisches aber als Extrembeispiel.

Fazit

Damit Holz als reines Naturprodukt seine natürliche Schönheit behält und weiterhin den täglichen Belastungen des Alltags standhält, muss es regelmäßig gepflegt werden. Dies gilt umso mehr, wenn es sich um stark beanspruchte Holzoberflächen, wie Tischplatten von Massivholz Esstischen handelt. Für diese Pflege verwendet man spezielle Öle, die auf der Holzoberfläche trocknen, bzw. aushärten können. Vor dem Ölen wird die Holzoberfläche abgeschliffen, um sie auf das Ölen vorzubereiten.

In diesem Artikel sind wir darauf eingegangen, warum das Ölen von Holzoberflächen wichtig ist, wie man das Holz auf das Ölen vorbereitet, welche Öle für die Holzpflege geeignet sind, welche Alternativen es zum Ölen gibt, welche Materialien dafür benötigt werden, welche Arbeitsschritte notwendig sind und welche Gefahren es dabei zu beachten gilt.